Bereits das erste Rennen sorgt gleich für eine Sensation. Der Däne Chano Nykjaer erlaubt es sich doch tatsächlich, seinen Kart erstmals auf die Pole Position zu stellen und verweist die Sieganwärter Uwe Deinert, Sven Hehl und Johannes Wahl auf die Plätze dahinter.
Nykjaer, bis dahin nicht als Spitzenfahrer aufgefallen, wird aber gleich auf der Startgeraden von Hehl angegriffen und in der folgenden Linkskurve niedergerungen. Nykjaer kann aber bald wieder kontern und übernimmt erneut die Führung. Der Druck von Hehl bleibt allerdings hoch und in der dritten Runde kann er die Führung wieder übernehmen. Kurz darauf kann auch Deinert an Nykjaer vorbeiziehen und gleich mächtig Druck auf den Führenden Hehl ausüben. In einem atemberaubenden Manöver zwängt sich Deinert schließlich in der Zielkurve innen an Hehl vorbei, kommt besser aus der Kurve und zieht den Anderen davon. Hinter ihm kämpfen derweil Hehl, Deinert und Wahl verbissen um Platz 2, während der Pole Roj - erstmals in Sulgen am Start - durch einen Dreher auf den letzten Platz zurückgeworfen wird. Runden später schafft es der überragend fahrende Hehl tatsächlich, wieder auf den Führenden Deinert aufzuschließen. Auch Nykjaer und Wahl hängen plötzlich wieder an den Stoßstangen der Karts vor ihnen. Es ist nicht vorauszusehen, wer von den Vieren am Ende die Nase vorne haben wird. Immer wieder greift Wahl Nykjaer an, der aber kann sich geschickt behaupten. In einem Überraschungsangriff will plötzlich Hehl an Deinert vorbeigehen. Dieser gibt jedoch nicht nach und wird durch die folgende Rempelei in einen Quersteher gedrängt. Das nutzt auch Nykjaer aus und zieht an Deinert vorbei. Die vorderen vier Positionen scheinen nun bezogen, bis es zu Überrundungen kommt. Gelingt dies den Führenden Hehl und Nykjaer noch ganz gut, hat es Uwe Deinert schon schwerer und plötzlich wieder Johannes Wahl im Nacken. Mehre Zweikämpfe benötigt Wahl, bis er schließlich an Deinert vorbeiziehen kann.
Sven Hehl bestätigt auch in Sulgen sein großes Talent und gewinnt dieses Rennen vor dem ebenfalls überragenden Chano Nykjaer und Johannes Wahl.
Das zweite Sulgener Rennen verspricht das Rennen der Rennen zu werden. Treffen hier doch erstmals die Führenden der Kategorien Professionals und Rookies aufeinander. Doch welche Überraschung; Fabry kann in der Qualifikation lediglich Platz 3 herausholen, während Bannwart souverän die Pole holt. Ebenfalls überraschend, stellt der Schweizer Schenkel seinen Kart zwischen die beiden Spitzenfahrer.
Peter Schenkel kann sich gleich nach dem Start des Rennens in einem Harakiri-Manöver in der ersten Kurve Bannwart schnappen, während direkt dahinter Fabry und Frankenstein um den Anschluss bemüht sind. Den können dahinter wiederum Schindler und Brunner nicht halten, zu sehr sind sie in ihren Zweikampf verwickelt. Und wieder dreht sich der Pole Roj und fällt wie im Rennen zuvor auf den letzten Platz zurück. Das selbe passiert etwas später auch dem Schweizer Brunner. Nun beginnt die Stunde des Mike Fabry. Allein fahrend findet er seinen Rhythmus schließlich und drängt immer vehementer in Richtung Spitzenfeld. Dem hat Frankenstein nichts entgegen zu setzen und muss Fabry ziehen lassen. Seine Belohnung holt sich dieser in Runde 10 ab. Relativ mühelos gelingt es ihm da, am bisher Zweitplatzierten Bannwart vorbeizuziehen. Vorne aber fährt Peter Schenkel das Rennen seines Lebens. Bisher in der IBK-Meisterschaft eher durch Pech aufgefallen, scheint ihm der heutige Tag wohl doch gesonnen zu sein. Doch dann schafft es Fabry, auch an ihn heranzufahren und schließlich zu überholen. Vorne weg pflügt nun ein Dreierzug mit Fabry, Schenkel und Bannwart durchs Feld. Einen Karttausch muss der Schweizer Enzmann urplötzlich vornehmen und fährt dazu in die Box. Er verliert dadurch aber dermaßen viel Zeit, dass sein Rennen hoffnungslos zerstört ist. Mittlerweile kann sich Fabry von den beiden hinter ihm Fahrenden etwas lösen und dadurch einem möglichen Sieg etwas entspannter entgegen fahren. Kurz vor Rennende schafft es Bannwart noch, dicht an Schenkel heranzufahren. Dieser hält dem Druck allerdings stand. Für etwas Aufregung sorgt dann noch eine Überrundung durch Thomas Frankenstein. Er wird dermaßen blockiert, dass er fast noch um seinen hart erkämpften vierten Platz zittern muss.
Das mit Spannung erwartete Duell der beiden Gesamtführenden gewinnt schließlich überlegen der "Profi" Mike Fabry vor dem "Rookie" Andreas Bannwart, der sich sogar noch seinem Freund Schenkel geschlagen geben muss.
Als ein spannendes Qualifiing erweist sich Rennen 3. Gleich 3 Fahrer schlagen sich die Tausendstel Sekunden um die Ohren, bis schließlich Johannes Wahl in einer Wahnsinnsrunde dem nächsten Peter Schenkel eine halbe Sekunde abknöpfen kann.
Wie gestartet ziehen die Fahrer erst einmal ihre Runden, sechs davon mit recht großem Abstand vorne weg. Dabei hält Frankenstein den hinter ihm fahrenden Walz etwas auf. Auch Daniel Deinert muss bald etwas abreißen lassen. Dann wird das Trio vorne durcheinandergewirbelt. Schenkel greift den Führenden Wahl derart hart an, dass dieser durch den Rempler gleich zwei Plätze verliert. Nutznießer dieser Aktion ist jedenfalls Nykjaer. Wahl ist dermaßen ungehalten über diese Aktion, dass er - wohl unkonzentriert - noch weitere Plätze verliert und später gar seinen Kart - anscheinend wegen Problemen mit dem Gas - am Streckenrand abstellt. Daniel Walz, nur als sechster gestartet, kann in der Mittelphase des Rennens an Frankenstein vorbei gehen und damit den Grundstein zu höheren Ambitionen legen. Derweil schafft es Nykjaer, dicht an den Führenden Schenkel heran zu fahren und ihn in Runde 23 auch zu überholen. Im hinteren Feld findet ein eigenes Rennen statt. Schön anzusehen, wie auch dort um die Positionen gestritten wird. Allerdings greifen sie auch in das Renngeschehen vorne ein. Beim Überrunden eines solchen Fahrers - Claus Bentsen - verliert Nykjaer seine Führung wieder an Peter Schenkel und spürt nun sogar den heißen Atem von Daniel Deinert. Und wieder wirbelt ein Überrundungsmanöver im letzten Rennabschnitt das vordere Feld durcheinander. Wieder hat Nykjaer damit Probleme und fällt dadurch gar auf Platz 4 zurück. Profiteur davon ist zweifellos Daniel Walz. Das Rennen wird dadurch noch einmal richtig spannend.
Am Ende siegt aber erstmals in dieser Meisterschaft unerwartet Peter Schenkel, vor dem ebenfalls überragenden Daniel Deinert und dem starken Daniel Walz.
Die Rennergebnisse in Sulgen wirbeln das Gesamtklassement in der Endphase der Meisterschaft noch einmal gewaltig durcheinander. Man darf gespannt sein, wer im Finale dadurch noch alles an den Start geht und gehen muss, und demzufolge noch Ambitionen für Plätze ganz nach vorne anstrebt. Das Finale in Feldkirch am kommenden Mittwoch verspricht in jedem Fall Spannung pur und dürfte zahlreiche Anhänger der IBK-Meisterschaft - ob Fahrer oder Zuschauer - zum Renngeschehen anlocken.
Ergebnistabelle Rennen 1
| Platz | Name, Vorname | Wohnort | Land | Runden / Rückstand [s] | Bestzeit [s] | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Hehl, Sven |
Kreuzlingen |
CH | 40 Rd. | 34,877 | 10 |
| 2 | Nykjaer, Chano | St. Gallen | CH | 39 Rd. | 34,977 | 8 |
| 3 | Wahl, Johannes | Rutesheim | D | 39 Rd. | 34,945 | 6 |
| 4 | Deinert, Uwe | Uhldingen-Mühlhofen | D | 39 Rd. | 35,158 | 5 |
| 5 | Marzluf, Michael | Konstanz | D | 39 Rd. | 35,547 | 4 |
| 6 | Kragh, Morton | St. Gallen | CH | 38 Rd. | 36,301 | 3 |
| 7 | Roy, Piotr | Donaueschingen | D | 38 Rd. | 36,073 | 2 |
| 8 | Bentsen, Claus | St. Gallen | CH | 38 Rd. | 36,182 | 1 |
| 9 | Henke, Mario | Riehen | CH | 38 Rd. | 36,181 | 0 |
Ergebnistabelle Rennen 2
| Platz | Name, Vorname | Wohnort | Land | Runden / Rückstand [s] | Bestzeit [s] | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Fabry, Mike | Sulz am Neckar | D | 40 Rd. | 34,916 | 10 |
| 2 | Schenkel. Peter | Heiden | CH | 39 Rd. | 35,055 | 8 |
| 3 | Bannwart, Andreas | St. Gallen | CH | 39 Rd. | 34,975 | 6 |
| 4 | Frankenstein, Thomas | Friedrichshafen | D | 39 Rd. | 35,013 | 5 |
| 5 | Brunner, Roger | Neftenbach | CH | 39 Rd. | 35,497 | 4 |
| 6 | Schindler, Jens | Dettingen/Teck | D | 38 Rd. | 35,763 | 3 |
| 7 | Oehmigen, Jens | Kirchberg | CH | 38 Rd. | 36,025 | 2 |
| 8 | Roy, Piotr | Donaueschingen | D | 38 Rd. | 35,509 | 1 |
| 9 | Mohr, Mike | Seuzach | CH | 38 Rd. | 35,993 | 0 |
| 10 | Enzmann, Robin | Seuzach | CH | 23 Rd. | 35,596 | 0 |
Ergebnistabelle Rennen 3
| Platz | Name, Vorname | Wohnort | Land | Runden / Rückstand [s] | Bestzeit [s] | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Schenkel, Peter | Heiden | CH | 40 Rd. | 35,070 | 10 |
| 2 | Deinert, Daniel | Uhldingen-Mühlhofen | D | 39 Rd. | 35,141 | 8 |
| 3 | Walz, Daniel | Grafenau | D | 39 Rd. | 35,093 | 6 |
| 4 | Nykjaer, Chano | St. Gallen | CH | 39 Rd. | 35,030 | 5 |
| 5 | Frankenstein, Thomas | Friedrichshafen | D | 39 Rd. | 35,248 | 4 |
| 6 | Marczinski, Timo | Möhringen | D | 39 Rd. | 35,526 | 3 |
| 7 | Henke, Mario | Riehen | CH | 38 Rd. | 36,148 | 2 |
| 8 | Kragh, Morton | St. Gallen | CH | 38 Rd. | 35,768 | 1 |
| 9 | Bentsen, Claus | St. Gallen | CH | 38 Rd. | 36,081 | 0 |
| 10 | Wahl. Johannes | Rutesheim | D | 25 Rd. | 35,270 | 0 |

Wieder einmal sorgten die Rennen in Sulgen für mehrere Überraschungen, mit denen so niemand gerechnet hatte. Eine davon war Mike Fabry der zwar angereist war, aber sein letzt mögliches Rennen in der IBK-Meisterschaft 2011 eigentlich beim Finale in Feldkirch bestreiten wollte. Dann aber überkam ihn die Lust und es kam, wie es kommen musste.........






